Die Betriebsrente – sicher auch bei Kursverlusten?

Betriebsrente - LuckyLuk/Pixabay
Betriebsrente - LuckyLuk/Pixabay
Bei den derzeitigen Kursverlusten an den Aktienmärkten fragen sich viele Arbeitnehmer zu Recht, wie sicher die Betriebsrenten eigentlich sind?

Alle Beschäftigten in Deutschland zusammen haben rund 470 Milliarden Euro in eine Betriebsrente eingezahlt (Stand 2010). In den meisten Fällen wird das eingezahlte Kapital indirekt beispielsweise über einen Pensionsfond in Aktien angelegt. Jeder zweite Rentner bezieht in Deutschland derzeit eine Betriebsrente. Damit ist die Betriebsrente oder betriebliche Altersversorgung, wie sie auch genannt wird, die Zusatzrente mit der größten Akzeptanz, gefolgt von der Riester Rente. Die Frage, was bei Kursverlusten mit den Betriebsrenten passiert und wie sich Schwankungen und Einbrüche der Aktienkurse auf die Altersvorsorge auswirken, ist derzeit aktueller denn je. Diese Frage muss jedoch auch für Riester-Renten-Produkte gestellt werden, vor allem, wenn es sich um Riester-Renten-Fonds handelt.

Grund zur Sorge besteht bei den Betriebsrenten grundsätzlich nicht

Die Betriebsrente gehört ebenso wie die Riester-Rente zu den sichersten Formen der zusätzlichen Altersvorsorge. Der Arbeitgeber steht grundsätzlich mit seinem Betriebsvermögen für Pensionszusagen ein. Sollte es zu einer Firmeninsolvenz kommen sind die Betriebsrenten über den Pensionssicherungsverein versichert. In der Vergangenheit ist es zu einigen Insolvenzen gekommen wie beispielsweise der Arcandor Insolvenz. Selbst in diesen Fällen mussten Rentner nicht auf ihre Betriebsrente verzichten, allerdings wurden von den Mitgliedern teilweise höhere Beiträge verlangt.

Der Deckungsgrad für die Pensionskassen ist eher gestiegen

Zuletzt (2011) klaffte zwischen Pensionszusagen und Pensionsvermögen bei den größeren Dax-Konzernen eine Lücke von fast 84 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Deckungsgrad von 66 Prozent. Dennoch müssen sich Arbeitnehmer, die über eine Betriebsrente zusätzlich für ihr Alter vorsorgen, keine Sorgen machen, dies betont zumindest Peter Doetsch, Geschäftsführer der Mercer Deutschland GmbH (siehe Manager Magazin, 06.08.2011) und auch die DGbAV, die deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung. Im Vergleich ist der Deckungsgrad für die Betriebsrenten sogar gestiegen, er hat in der Vergangenheit auch einmal unter 30 Prozent gelegen. Auch jenseits der Dax Renten Kassen sieht die Deckung gut aus. Bei den Direktversicherungen und der Direktzusage ist die Deckung in der Regel sogar zu Hundert Prozent gegeben. Dies ist besonders für mittelständische und kleine Betriebe eine gute Nachricht, denn sie finanzieren die Betriebsrente größtenteils über Direktversicherungen. Unter den Unterstützungskassen gibt es sowohl rückgedeckte Kassen mit vollem Deckungsgrad als auch solche, die nur mit einer sogenannten Polsterfinanzierung versehen sind. Auch wenn alle Formen der Betriebsrente als sicher gelten, schneiden doch die Direktversicherungen und Direktzusagen beim Thema Deckungsgrad etwas besser ab. Arbeitnehmer haben jedoch keinen Einfluss darauf, wie das Geld für ihre Betriebsrente angelegt wird, dies entscheidet allein der Arbeitgeber.

Quellen und weitere Informationen zu diesem Artikel:

  • „Betriebliche Altersversorgung von Peter A. Doetsch, Stefan Oecking, Michael Rath, Haufe; 1. Auflage (Juni 2008)
Hilfreich?